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<title>Grabmal</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Grabmal</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Ein <b>Grabmal</b> (mhd. <i>meil</i> „Zeichen“) ist ein Gedenk- und Erinnerungsmal an der <a href="Grab#Begriffe" title="Grab">Grabstätte</a> eines Toten. Die häufigsten Formen sind <a href="Grabstein" title="Grabstein">Grabsteine</a>, Grabplatten und <a href="Grabkreuz" title="Grabkreuz">Grabkreuze</a>. Ein architektonisch gestaltetes Grabmal kann Bestandteil eines <i><a href="Grab" title="Grab">Grabes</a></i> oder eines Grabbaus sein. Grabmale im weiteren Sinne sind <i><a href="Grabh%C3%BCgel" class="mw-redirect" title="Grabhügel">Grabhügel</a>, <a href="Grabkapelle" title="Grabkapelle">Grabkapellen</a>, <a href="Grabhaus" class="mw-redirect" title="Grabhaus">Grabhäuser</a></i> und <i><a href="Grabkammer" title="Grabkammer">Grabkammern</a></i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vor-_und_Frühgeschichte"><span id="Vor-_und_Fr.C3.BChgeschichte"></span>Vor- und Frühgeschichte</h3></div>
<p>Der Brauch, Grabmale zu errichten, lässt sich in Europa erst für die <a href="Jungsteinzeit" title="Jungsteinzeit">Jungsteinzeit</a> (nach 6000 v. Chr.) mit Sicherheit belegen. Der <i><a href="Menhir" title="Menhir">Menhir</a></i>, ein aufrecht stehender unbehauener hoher Stein von kultischer Bedeutung, wurde auch auf oder neben Gräbern errichtet. Sie stehen in England, Frankreich und Deutschland, vereinzelt auch als <a href="Lochstein_(Arch%C3%A4ologie)" title="Lochstein (Archäologie)">Lochstein</a>. Figurenmenhire, Steinplatten mit <a href="Relief" title="Relief">Relieffiguren</a> in Menschengestalt gibt es in Südfrankreich und auf Korsika. Die einfachste Form der <i><a href="Megalithgrab" class="mw-redirect" title="Megalithgrab">Megalithgräber</a></i> (gr. „Großsteingräber“) ist der <i><a href="Dolmen" title="Dolmen">Dolmen</a></i>, ein vorgeschichtlicher Grabbau unter einem mächtigen Deckstein, der früher von einem Erdhügel überwölbt war.
</p><p>In Ägypten ist seit Beginn des <a href="Altes_Reich" title="Altes Reich">Alten Reiches</a> (ca. 2800 v. Chr.) die <i><a href="Pyramide_(Bauwerk)" title="Pyramide (Bauwerk)">Pyramide</a></i> die Form des Königsgrabmals und die <i><a href="Mastaba" title="Mastaba">Mastaba</a></i> das Grabmal für hohe Beamte. In der Vorgeschichte des Mittelmeerraums ist das <i><a href="Tholos" title="Tholos">Kuppelgrab</a></i> als Form des Fürstengrabes weit verbreitet. Seit dem späten 16. Jahrhundert v. Chr. in der <a href="Mykenische_Kultur" title="Mykenische Kultur">mykenischen Kultur</a> entwickelt, stehen diese von Spanien im Westen bis nach Kleinasien. Der schönste und am besten erhaltene Vertreter dieses Typs ist das als <i><a href="Schatzhaus_des_Atreus" title="Schatzhaus des Atreus">Schatzhaus des Atreus</a></i> bekannte Grabmal in <a href="Mykene" title="Mykene">Mykene</a>. Neben den in einen Hang hineingebauten Kuppelgräbern mit einer steinernen Kuppel über einem kreisförmigen Grundriss gibt es die <i>Kammergräber</i>. Diese in den Felsen gehauenen oder in der Erde aufgemauerten Grabmale kommen in zahlreichen Formen vor; die tief eingegrabenen heißen <i><a href="Schachtgrab" title="Schachtgrab">Schachtgräber</a></i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Antike">Antike</h3></div>
<p>Bis in die Zeit des <a href="Hellenismus" title="Hellenismus">Hellenismus</a> (4.–1. Jahrhundert v. Chr.) kennt die griechische Kultur kein architektonisch gestaltetes Grabmal. Die Grabstätte wurde durch eine <i><a href="Statue" title="Statue">Statue</a></i> auf einem Sockel markiert oder durch eine <i><a href="Grabstele" class="mw-redirect" title="Grabstele">Grabstele</a></i>, eine aufgestellte Platte aus Stein mit dem als <a href="Relief" title="Relief">Relief</a> gestalteten Bildnis des Toten im Kreis seiner Familie. Diese zum Teil künstlerisch wertvollen Grabmale werden im 4. Jahrhundert v. Chr. als Gräberluxus verboten und durch marmorne <i>Grabvasen</i> (Amphore) ersetzt, schlanke kannenförmige Gefäße, die manchmal mit Darstellungen des Grabkultes verziert sind. Erst unter römischer Herrschaft (nach 146 v. Chr.) tauchen in Griechenland wieder größere Grabreliefs auf.
</p><p>Im 6. Jahrhundert v. Chr. hat sich in Kleinasien eine Form des <i>Turmgrabes</i> entwickelt, eine mit Reliefs versehene Grabkammer auf einem hohen Steinpfeiler (<a href="Harpyie_(Mythologie)" title="Harpyie (Mythologie)">Harpyengrabmal</a> bei <a href="Xanthos_(Stadt)" title="Xanthos (Stadt)">Xanthos</a> in <a href="Lykien" title="Lykien">Lykien</a>). Später ist ein hochgelegter <a href="Sarkophag" title="Sarkophag">Sarkophag</a> von einer reliefgeschmückten steinernen Umfriedung umgeben (Gjölbaschi in Lykien). Aus der Vereinigung dieser beiden Typen entstand der <i>Grabtempel</i> auf einem hohen Sockel mit Reliefschmuck (<a href="Nereidenmonument_von_Xanthos" title="Nereidenmonument von Xanthos">Nereidenmonument von Xanthos</a>). Diesem neuen Typ gehörte das Grabmal des Königs <a href="Mausolos" class="mw-redirect" title="Mausolos">Mausolos</a> von <a href="Karien" title="Karien">Karien</a> († 353 v. Chr.) an, das <i>Mausoleion</i> oder <i><a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Mausoleum</a></i>, das allen späteren monumentalen Grabmalen den Namen gab. Die Formen des Turmgrabes und des Grabtempels haben sich im römisch beherrschten Mittelmeergebiet verbreitet; die Grabmale an der <a href="Via_Appia" title="Via Appia">Via Appia</a> bei Rom und das <a href="Mausoleum_des_Theoderich" title="Mausoleum des Theoderich">Grabmal des Theoderich</a> in <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a> sind Beispiele dafür. Es gibt Monumente, denen das alte <i>Rundgrab</i> Vorbild war, beispielsweise das <a href="Augustusmausoleum" title="Augustusmausoleum">Augustusmausoleum</a> und die als Grabmal für Kaiser <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> († 138 n. Chr.) begonnene <a href="Engelsburg" title="Engelsburg">Engelsburg</a> in Rom. Der <i><a href="Grabstein" title="Grabstein">Grabstein</a></i> war im <a href="Altes_Rom" class="mw-redirect" title="Altes Rom">Alten Rom</a> ein Grabdenkmal für den Soldaten, der in der Ferne ums Leben gekommen war. Die Steinplatte mit dem Brustbild des Verstorbenen im Relief ist meist in der Nische eines Grabbaus angebracht. Gelegentlich wird neben alten <a href="Mythologie" title="Mythologie">mythologischen</a> Themen auch das Leben des Toten in einem Relieffries geschildert (<a href="Igeler_S%C3%A4ule" title="Igeler Säule">Igeler Säule</a>). Zum anderen wurde im <a href="Kenotaph" title="Kenotaph">Kenotaph</a> seit römischen Zeiten im Gegensatz zum Grab ausschließlich die Erinnerung wachgehalten; er enthält keine sterblichen Überreste.
</p><p>Bei den <a href="Etrusker" title="Etrusker">Etruskern</a> und in frühchristlicher Zeit werden Tote in <i><a href="Katakombe" title="Katakombe">Katakomben</a></i> bestattet. In die Wände der unterirdischen Gänge sind neben- und übereinander rechteckige Grabnischen in den Fels gehauen. Durch eine Steinplatte mit dem Namen des Verstorbenen wurden sie verschlossen. Der <i>Sarkophag</i>, ein meist kunstvoll verzierter Sarg, war bei fast allen Völkern des Altertums in Gebrauch. Der Typus des reliefgeschmückten Sarkophags der Etrusker wird von den <a href="R%C3%B6mer" class="mw-redirect" title="Römer">Römern</a> übernommen und variiert. Dem heidnisch-römischen Sarkophag fügen die frühen Christen ihre Symbole hinzu und bald auch neue Motive.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelalter">Mittelalter</h3></div>
<p>Im <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">Mittelalter</a> ist die Kirche der Ort für das künstlerisch gestaltete Grabmal. Ursprünglich gab es nur das <a href="M%C3%A4rtyrer" title="Märtyrer">Märtyrergrab</a> in der <a href="Krypta" title="Krypta">Krypta</a>, dann wurden auch hohe Geistliche, Gründer und Stifter beigesetzt. Es folgten die Gräber im <a href="Chor_(Architektur)" title="Chor (Architektur)">Chor</a> und in anderen Bereichen der Kirche. <i>Grabplatten</i> bilden die älteste und zahlenmäßig größte Gruppe der Grabmale. Aus Stein oder <a href="Bronze" title="Bronze">Bronze</a> gefertigt, bedecken sie das Grab des Verstorbenen. Die Inschrift überliefert seinen Namen und den Todestag, die <a href="Wappen" title="Wappen">Wappen</a> bezeugen seine Herkunft. Bei der <i><a href="Tumba" title="Tumba">Tumba</a></i> ist die Grabplatte nicht in den Boden eingelassen, sondern sie liegt über dem Grab auf einem rechteckigen Unterbau aus Stein. Später hat die Tumba einen sarkophagartigen Aufbau und ist häufig von einem <a href="Baldachin" title="Baldachin">Baldachin</a> überdeckt. In Deutschland wird seit dem 11. Jahrhundert vereinzelt, dann in zunehmender Zahl, auf der Grabplatte die Gestalt des Toten dargestellt. Das Grabmal gewann an künstlerischer Bedeutung. Die <a href="Grabmal_Rudolfs_von_Rheinfelden" title="Grabmal Rudolfs von Rheinfelden">Bronzegrabplatte</a> <a href="Rudolf_von_Rheinfelden" title="Rudolf von Rheinfelden">Rudolfs von Schwaben</a> († 1080) im <a href="Merseburger_Dom" title="Merseburger Dom">Merseburger Dom</a> ist das früheste erhaltene Beispiel. Für die zunehmende Körperlichkeit und Natürlichkeit der Figuren ist das Doppelgrabmal <a href="Heinrich_der_L%C3%B6we" title="Heinrich der Löwe">Heinrichs des Löwen</a> und seiner Gemahlin im <a href="Braunschweiger_Dom" title="Braunschweiger Dom">Braunschweiger Dom</a> (1230–1240) ein herausragendes Zeugnis.
</p><p>In Frankreich entwickelte sich die Grabmalkunst erst seit dem 13. Jahrhundert. Im Chor der <a href="Kathedrale_von_Saint-Denis" title="Kathedrale von Saint-Denis">Kathedrale von Saint-Denis</a>, in dem seitdem die französischen Könige beigesetzt wurden, wird die Entwicklung deutlich. Auch in England hat die Grabfigur einen großen Anteil an der überlieferten mittelalterlichen Skulptur. In Italien wird seit dem späten 13. Jahrhundert das Grabmal immer aufwändiger gestaltet, und der Gedanke an Ruhm und Ehre des Verstorbenen gewinnt an Bedeutung (<a href="Scaliger" title="Scaliger">Skaligergräber</a> in <a href="Verona" title="Verona">Verona</a>). Im 14. Jahrhundert ist die Figur des Verstorbenen vollplastisch ausgebildet (<a href="P%C5%99emysliden" title="Přemysliden">Przemyslidengräber</a> im <a href="Veitsdom" title="Veitsdom">Veitsdom</a> in <a href="Prag" title="Prag">Prag</a>).
</p><p>Die Tumba bekommt im 14. Jahrhundert ein neues Gesicht: Klagende Gestalten (<i>Pleurants</i>) erscheinen auf ihren Wänden im Relief. Später umschreiten sie vollplastisch gestaltet die Tumba, oder sie tragen die Platte mit der Liegefigur des Toten (<a href="Claus_Sluter" title="Claus Sluter">Claus Sluter</a>, Grabmal Philipps des Kühnen in <a href="Dijon" title="Dijon">Dijon</a>). In Deutschland kommt gegen Ende des Jahrhunderts ein anderer Typ des Grabmals auf, das <a href="Epitaph" title="Epitaph">Epitaph</a> als Grabdenkmal. Das in Italien und Frankreich verbreitete <i>Wandgrabmal</i> bekommt in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts den Charakter eines weltlichen <a href="Denkmal_(Gedenken)" title="Denkmal (Gedenken)">Denkmals</a> (<a href="Santa_Croce_(Florenz)" title="Santa Croce (Florenz)">Santa Croce</a> und <a href="San_Miniato_al_Monte" title="San Miniato al Monte">San Miniato al Monte</a> in <a href="Florenz" title="Florenz">Florenz</a>). In Deutschland ist hierfür das <a href="Grabmal_Herzog_Wilhelms_von_J%C3%BClich-Kleve-Berg" title="Grabmal Herzog Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg">Grabmal Herzog Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg</a> ein Beispiel.
</p><p>Grabmale gehörten in dieser Zeit nicht zu den Gedenkmöglichkeiten breiter Bevölkerungskreise. Sie waren im Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit der kirchlichen und der weltlichen Oberschicht vorbehalten.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Höhepunkt im 16. Jahrhundert fand sich der <a href="Totenschild" title="Totenschild">Totenschild</a> des Verstorbenen mit Wappen und Inschrift als Gedenktafel in einer Kirche oder Kapelle, ohne dass der Leichnam an diesem Ort lag.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Neuzeit">Neuzeit</h3></div>
<p>Seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert wird auf Grabmalen die Vergänglichkeit alles Irdischen betont; der Tod wird als <i>Knochenmann</i> bildnerisch dargestellt. Der Gedanke an die Schrecken des Todes bestimmt neben dem Bemühen um Repräsentation auch noch die <a href="Barock" title="Barock">Barockzeit</a>. Das ändert sich im späten 18. Jahrhundert. Seither werden die Empfindungen der trauernden Hinterbliebenen in <a href="Allegorie" title="Allegorie">allegorischen</a> Szenen und in der Inschrift zum Ausdruck gebracht, und der Knochenmann wird vom sanften <i><a href="Engel" title="Engel">Engel</a></i> abgelöst, der sich um die Seele des Verstorbenen kümmert. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wurden künstlerisch gestaltete Grabmale in den Kirchen des Nordens nur noch selten errichtet; auch Adelige und Geistliche wurden meist auf dem Friedhof begraben.
</p><p>Grabmale unterliegen den Einflüssen wie die weltliche Architektur, die Entwürfe bei der Grabmalgestaltung folgen dem Klassizismus und den Strömungen der Romantik. Säulen, <a href="Pyramide_(Bauwerk)" title="Pyramide (Bauwerk)">Pyramiden</a>, <a href="Stele" title="Stele">Stelen</a> und <a href="Cippus" title="Cippus">Cippi</a> mit Schmuckobjekten werden zum zeitgenössischen Grabmal. Der oft individuelle künstlerische Entwurf weicht vielfältigen Typengrabmalen aus Katalogen industrieller Fertigung. Trotzdem werden aus Repräsentationsmotiven der Grabeigentümer bis nach 1900 aufwändige Grabanlagen errichtet.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Erst die Reformbewegungen zum Beginn des 20. Jahrhunderts verursachen Veränderungen in der Grabmalgestaltung, die zuvor die familiäre Repräsentation in den Mittelpunkt stellte. Eine besondere Rolle bringt die Einführung der <a href="Feuerbestattung" title="Feuerbestattung">Feuerbestattung</a> mit <a href="Bestattungsurne" title="Bestattungsurne">Urnengrabmalen</a> und <a href="Kolumbarium" title="Kolumbarium">Kolumbarien</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den 1920er Jahren entsteht eine neue Form der Urnenbestattung, bei der Reihenmauerstellen geplant und errichtet wurden. Das sind niedrige Mauern mit einer beschrifteten Tafel, vor der die Urne beigesetzt wird. Ein besonderes Beispiel dieser Art weist der <a href="Urnenhain_Tolkewitz" title="Urnenhain Tolkewitz">Städtische Urnenhain</a> in Dresden-<a href="Tolkewitz" title="Tolkewitz">Tolkewitz</a> durch <a href="Paul_Wolf_(Architekt)" title="Paul Wolf (Architekt)">Paul Wolfs</a> Erweiterungsplanungen auf, von denen nur noch Teile erhalten blieben.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewinnt das Reihengrab mit gleichförmigen Grabmalen an Bedeutung. Jüngste Entwicklungen sind halbanonyme <a href="Gemeinschaftsgrab" title="Gemeinschaftsgrab">Gemeinschaftsgrabanlagen</a>, wobei das Grabmal für eine Gruppe von Bestatteten verwendet und mit deren Namen versehen ist.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Sepulkralkultur des beginnenden 21. Jahrhunderts bestehen zwei Entwicklungen, einerseits Designergrabmale mit expressiven Lösungen und andererseits der völlige Verzicht auf individuelle Gedenkzeichen.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine spezielle Form neuzeitlicher Grabmalgestaltungen ergibt sich mitunter aus Grabpatenschaften, bei denen eine bestehende, nicht mehr belegte Grabanlage neu vergeben wird und im Einzelfall behutsam verändert werden kann.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Thorsten Benkel, Matthias Meitzler: <cite style="font-style:italic">Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe. Ungewöhnliche Grabsteine. Eine Reise über die Friedhöfe von heute</cite>. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2014, ISBN 978-3-462-04608-3.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Grabmal&rft.au=Thorsten+Benkel%2C+Matthias+Meitzler&rft.btitle=Gestatten+Sie%2C+dass+ich+liegen+bleibe.+Ungew%C3%B6hnliche+Grabsteine.+Eine+Reise+%C3%BCber+die+Friedh%C3%B6fe+von+heute&rft.date=2014&rft.genre=book&rft.isbn=9783462046083&rft.place=K%C3%B6ln&rft.pub=Kiepenheuer+%26+Witsch" style="display:none"> </span></li>
<li>Tanja Müller-Jonak: <i>Englische Grabdenkmäler des Mittelalters.</i> Michael Imhof Verlag, Petersberg 2010, ISBN 978-3-88609-602-2.</li>
<li>Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (Hrsg.): <i>Grabkultur in Deutschland. Geschichte der Grabmale</i>. Reimer, Berlin 2009, ISBN 978-3-496-02824-6, S. 233. – <a rel="nofollow" class="external text" href="http://d-nb.info/991656350/04">Inhaltsverzeichnis online</a> (PDF; 0,3 MB).</li>
<li><a href="Tanja_Michalsky" title="Tanja Michalsky">Tanja Michalsky</a>: <i>Memoria und Repräsentation. Die Grabmale des Königshauses Anjou in Italien</i> (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte. Bd. 157). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 3-525-35473-8 (Zugleich: München, Univ., Diss., 1995).</li>
<li>Magdalene Magirius: <i>Figürliche Grabmale in Sachsen und Thüringen von 1080 bis um 1400.</i> Edition Rust, Esens 2002, ISBN 3-936492-02-6. (Zugleich: Dissertation. <a href="Freie_Universit%C3%A4t_Berlin" title="Freie Universität Berlin">Freie Universität Berlin</a>, Berlin 2000).</li>
<li><a href="M%C3%A4rkisches_Museum_(Berlin)" title="Märkisches Museum (Berlin)">Märkisches Museum Berlin</a> (Hrsg.): <i>Grabmalskunst aus vier Jahrhunderten. Epitaphien und Grabdenkmäler in der <a href="Nikolaikirche_(Berlin)" title="Nikolaikirche (Berlin)">Nikolaikirche zu Berlin</a>. Katalog der Sepulkralplastik.</i> Bearbeitet von Knut Brehm in Zusammenarbeit von Donata Kleber, Hans-Joachim Veigel und Uwe Winkler. Märkisches Museum und Argon Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-87024-270-1.</li>
<li>Gabriele Böhm: <i>Mittelalterliche figürliche Grabmale in Westfalen von den Anfängen bis 1400.</i> LIT-Verlag, Münster/Hamburg 1993, ISBN 3-89473-511-2. (Zugleich: Dissertation. <a href="Westf%C3%A4lische_Wilhelms-Universit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Westfälische Wilhelms-Universität">Universität Münster in Westfalen</a>, Münster 1991).</li>
<li>Gerlinde Volland: <i>Trauer in weiblicher Gestalt. Grabplastik um 1900 am Beispiel des Kölner Friedhofs Melaten.</i> In: <i>Denkmalpflege im Rheinland</i>. Heft 1/1998, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220177-2619%22&key=cql">0177-2619</a></span></span>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Tombs_by_type?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Grabmal</a></span></b> – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Grabmal" class="extiw external" title="wikt:Grabmal">Wiktionary: Grabmal</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4021732-2">Literatur von und über Grabmal</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.requiem-projekt.de/">Forschungsprojekt Requiem der Humboldt-Universität zu Berlin</a> (Papst- und Kardinalsgräber der Frühen Neuzeit)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Reiner_S%C3%B6rries" title="Reiner Sörries">Reiner Sörries</a>: <i>Inschriften und Symbole auf Grabzeichen.</i> In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 233.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19101106&seite=12"><i>Kleine Chronik. […] Neue künstlerische Grabdenkmäler.</i></a> In: <i>Neue Freie Presse</i>, Morgenblatt, Nr. 16598/1910, 6. November 1910, S. 12, Mitte links. (online bei <a href="ANNO_%E2%80%93_AustriaN_Newspapers_Online" title="ANNO – AustriaN Newspapers Online">ANNO</a>).<span style="display:none">Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</span></span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerold Eppler: <i>Die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Grabmalkultur.</i> In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 127–149.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Helmut Schoenfeld: <i>Reformgrabmale des frühen 20. Jahrhunderts.</i> In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 163–178.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Norbert Fischer: <i>AschenGrabmale und Aschenanlagen der modernen Feuerbestattung.</i> In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 158.</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Christine Spitzhofer: <i>Die Friedhofsordnungen, Richtlinien und Friedhofssatzungen von 1911–1940 und 1945–2006.</i> In: <i>100 Jahre Krematorium und Urnenhain Dresden-Tolkewitz. Unter den Flügeln des Phönix. 1911–2011</i>. Beucha, Sax-Verlag, Markkleeberg 2011, ISBN 978-3-86729-080-7, S. 93–99. – <a rel="nofollow" class="external text" href="http://d-nb.info/1011923009/04">Inhaltsverzeichnis</a> (PDF; 0,26 MB).</span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Barbara Leisner: <i>Das Gemeinschaftsgrabmal</i>. In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 260–261.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Norbert Fischer: <i>Glasgrabmal-Urnenpyramide-Baumbestattung: Über neue Grabstättenkultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts.</i> In: <i>Grabkultur in Deutschland</i>, S. 397–405.</span>
</li>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4021732-2">4021732-2</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/sh85120127">sh85120127</a></span> | <a href="Web_NDL_Authorities" title="Web NDL Authorities">NDL</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.ndl.go.jp/auth/ndlsh/00560822">00560822</a></span> </div>
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